Altstadtbelebung

 
Fürstenwalde hat eine Geschichte – und sie prägt bis heute, wie wir über unsere Innenstadt sprechen. Die Eisenbahnstraße gehört zur Identität unserer Stadt. Viele wünschen sich, dass sie wieder so belebt wird wie früher. Diese Sehnsucht verstehe ich. Auch ich verbinde mit dieser Straße viele persönliche Erinnerungen als Einkaufsort und Begegnungsraum.
 
Doch Fürstenwalde hat sich – wie viele Städte – strukturell verändert. Mit den großen Einkaufsstandorten im Norden und Süden der Stadt wurde Kaufkraft dauerhaft nach außen verlagert. Auch das Einkaufsverhalten hat sich grundlegend verändert. Diese Entwicklungen lassen sich nicht rückgängig machen. Das müssen wir anerkennen – und daraus Konsequenzen ziehen.
 
Für Fürstenwalde bedeutet verantwortungsvolle Stadtentwicklung deshalb vor allem eines: Konzentration statt Verzettelung.
 
Der historische Kern rund um den Dom – mit Tuchmacherstraße, Mühlenstraße, Schlossstraße, Rathausstraße und Domstraße – bietet aus heutiger Sicht die realistischsten Voraussetzungen für eine lebendige Innenstadt. Hier gibt es städtebauliche Qualität, räumliche Dichte und die Möglichkeit, Aufenthaltsqualität, Gastronomie, Veranstaltungen und Stadtleben sinnvoll zu bündeln und zu einem lebendigen Zentrum zu entwickeln.
 
Innenstadtbelebung heißt dabei nicht, möglichst viele Ladenflächen zu füllen. Sie bedeutet, Orte zu schaffen, an denen Menschen gern Zeit verbringen, sich begegnen und die Stadt als lebendig wahrnehmen. Einzelhandel ist ein Teil davon – aber nicht der einzige.
 
Die Stadt kann Rahmen setzen, investieren und öffentliche Räume gestalten. Sie kann jedoch keine privaten Geschäftsmodelle ersetzen und kein Kaufverhalten erzwingen. Verantwortung heißt auch, diese Grenzen offen zu benennen.
 
Deshalb richtet sich mein Fokus bewusst auf den historischen Kern. Nicht, weil andere Bereiche unwichtig wären, sondern weil begrenzte Mittel dort eingesetzt werden müssen, wo sie Wirkung entfalten. Lieber ein kleiner Bereich, der spürbar gewinnt, als viele Orte, an denen Erwartungen geweckt werden, die sich nicht erfüllen lassen.
 
Für Fürstenwalde ist das der ehrlichste Weg: Stadtentwicklung, die die Geschichte respektiert, die Gegenwart anerkennt und sich auf das konzentriert, was realistisch gestaltet werden kann.