Umzug der Kernverwaltung – warum dieser Schritt notwendig ist
Die Kernverwaltung der Stadt Fürstenwalde wird aus den bislang angemieteten Flächen im Rathauscenter ausziehen und in das Gebäude umziehen, das ursprünglich als Verwaltungsgebäude errichtet wurde.
Diese Entscheidung ist keine Symbolpolitik. Sie ist das Ergebnis einer nüchternen Abwägung von Kosten, Organisation und Zukunftsfähigkeit.
Mietkosten reduzieren – eigene Gebäude nutzen
Seit vielen Jahren nutzt die Stadt Büroflächen im Rathauscenter. Dafür fallen dauerhaft Mietkosten an – jährlich rund 750.000 Euro. In wirtschaftlich stabilen Zeiten mag das vertretbar erscheinen. In einer Phase jedoch, in der wir jeden Euro zweimal umdrehen müssen, ist es aus meiner Sicht nicht mehr verantwortbar, langfristig hohe Mieten zu zahlen, obwohl eigene Flächen zur Verfügung stehen.
Der Umzug bedeutet konkret:
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- Wegfall dauerhafter Mietzahlungen
- Nutzung bereits vorhandener städtischer Gebäude
- mehr finanzielle Planungssicherheit für die kommenden Jahre
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Fürstenwalde hat in den vergangenen acht Jahren seine Finanzen mühsam stabilisiert. Investitionskredite wurden deutlich reduziert, der Kassenkredit vollständig zurückgeführt. Diese Grundlage möchte ich nicht leichtfertig wieder gefährden. Der verantwortungsvolle Umgang mit laufenden Kosten gehört dazu.
Verwaltung modern aufstellen – nicht nur verlagern
Der Umzug ist aber nicht nur eine Sparmaßnahme.
Als ich das Amt übernommen habe, habe ich eine Verwaltung vorgefunden, deren Strukturen über Jahre gewachsen, aber nicht konsequent weiterentwickelt worden sind. Prozesse waren unklar, Zuständigkeiten teilweise zersplittert, interne Abstimmungen oft langwierig. Vieles lief parallel – digital und analog, per E-Mail und auf Papier.
Ich bin überzeugt: Eine Verwaltung wird nicht besser, indem man einfach mehr Personal oder mehr Fläche schafft. Sie wird besser, wenn Prozesse klar sind, Zuständigkeiten transparent und Abläufe effizient.
Die räumliche Neuordnung schafft dafür bessere Voraussetzungen:
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- engere Abstimmung zwischen Fachbereichen
- kürzere Wege
- weniger abgeschottete Einzelbereiche
- stärkere Teamarbeit statt Abteilungsdenken
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Eine moderne Arbeitswelt bedeutet dabei nicht „Großraumbüro um jeden Preis“, sondern Strukturen, die Zusammenarbeit erleichtern und Verantwortlichkeiten klarer machen.
Bürgernähe bleibt erhalten
Für Bürgerinnen und Bürger ist wichtig:
Das Bürgerbüro bleibt am Marktplatz.
Rund 80 Prozent aller Dienstleistungen mit direktem Publikumsverkehr werden weiterhin zentral in der Innenstadt angeboten. Wer einen Ausweis beantragt, eine Meldeangelegenheit klärt oder ein Anliegen im persönlichen Gespräch besprechen möchte, findet weiterhin einen zentralen, gut erreichbaren Anlaufpunkt.
Der Umzug betrifft in erster Linie interne Verwaltungsbereiche – nicht den täglichen Bürgerservice.
Rathauscenter strategisch weiterentwickeln
Mit dem Auszug der Kernverwaltung entstehen im Rathauscenter neue Möglichkeiten. Die zentrale Lage am Markt ist zu wertvoll, um sie rein als Bürostandort zu nutzen. Perspektivisch soll der Standort stärker für Dienstleistungen mit direktem Nutzen für die Stadtgesellschaft eingesetzt werden – etwa im Bereich ärztlicher Versorgung.
So bleibt das Rathauscenter ein belebter Bestandteil der Innenstadt, nur mit einer anderen Funktion und bildet ein Fundament der Altstadtbelebung.