Sandstraßen gehören in vielen Bereichen unserer Stadt noch zum Alltag. Und sie bringen Probleme mit sich – bei Regen, bei Trockenheit und bei jeder Nutzung. 

Der Wunsch nach einem Ausbau ist absolut nachvollziehbar. Genau hier liegen aber auch die größten Herausforderungen. Grundlage für den Ausbau ist die Erschließungssatzung. Früher lag der Anteil der Anlieger dabei bei bis zu 90 Prozent – so wie es in vielen Kommunen üblich ist. Für viele war das schlicht nicht leistbar. 

Ich habe das Thema bereits im Wahlkampf 2018 bewusst aufgegriffen und nach der Wahl umgesetzt: Der Anteil wurde auf 50 Prozent reduziert. Das war eine bewusste Entscheidung, um die Belastung zu senken und Ausbau überhaupt möglich zu machen. 

Trotzdem zeigt sich bis heute: Selbst mit dieser Reduzierung kommt es nur selten zu einem Ausbau. 

Der Grund liegt in der Realität vor Ort. Innerhalb einer Straße sind die Belastungen unterschiedlich. Am Anfang ist sie meist höher – durch Verkehr, Schäden und Staub. Weiter hinten wird die Straße weniger genutzt. Entsprechend unterschiedlich ist die Bereitschaft, sich an den Kosten zu beteiligen. 

Gleichzeitig gibt es einen klaren politischen Rahmen. Die Stadtverordnetenversammlung hat beschlossen, jedes Jahr eine Sandstraße auszubauen. Voraussetzung ist in der Regel eine Zustimmung von mindestens 51 Prozent der Anlieger. Genau daran scheitert es häufig. 

Ein Ausbau funktioniert nur, wenn sich vor Ort eine Mehrheit findet. Die Stadt kann ihn nicht einseitig durchsetzen – und sie kann auch nicht dauerhaft alle Kosten übernehmen. 

Ein entscheidender Punkt ist dabei die Finanzierung. Ich setze bei beitragspflichtigen Maßnahmen auf planbare Infrastrukturabgaben über mehrere Jahre. Das bedeutet: Die Kosten entstehen nicht auf einen Schlag, sondern werden gestreckt. So entsteht Planungssicherheit – für die Anlieger und für die Stadt. Niemand wird finanziell überfordert, und gleichzeitig können wir Maßnahmen verlässlich umsetzen. 

Das allein reicht aber nicht aus. 

Für mich liegt die Lösung nicht darin, einzelne Straßen isoliert zu betrachten, sondern ganze Bereiche. Wir müssen Infrastruktur im Zusammenhang planen – also Straßen, Gehwege, Entwässerung und Beleuchtung gemeinsam denken. 

Wenn wir mehrere Straßen in einem Quartier zusammen betrachten, entstehen bessere Lösungen. Die Planung ist aufwendiger, aber die Umsetzung am Ende sinnvoller. Gleichzeitig verhindern wir, dass sich Probleme einfach in die nächste Straße verlagern oder einzelne Straßen nach einem Ausbau stärker belastet werden. 

Klar ist auch: Die Unterhaltung von Sandstraßen verursacht jedes Jahr erhebliche Kosten. Für die Stadt bedeutet das einen dauerhaften Aufwand – und trotzdem bleiben die grundlegenden Probleme bestehen. Ein Ausbau kann diese Belastung langfristig reduzieren, erfordert aber zunächst eine gemeinsame Entscheidung und eine tragfähige Finanzierung. 

Und wir müssen ehrlich bleiben: Auch eine ausgebaute Straße löst nicht alle Fragen. Dann geht es nicht mehr um Schlaglöcher, sondern um Geschwindigkeit, Verkehr oder Rücksichtnahme im Alltag.