Migration & Integration 

Migration und Integration sind Themen, die viele Menschen bewegen – und oft emotional diskutiert werden. Mir ist wichtig, dabei weder zu pauschalisieren noch Menschen in Schubladen zu stecken. Entscheidend ist nicht die Herkunft, sondern wie Zusammenleben konkret funktioniert: im Alltag, im Wohnumfeld, in Schulen, Kitas und im öffentlichen Raum. 

In Fürstenwalde erleben wir sehr unterschiedliche Formen von Zuwanderung. Es gibt Menschen, die seit vielen Jahren hier leben, arbeiten, Familien gegründet haben und selbstverständlich Teil unserer Stadtgesellschaft sind. Und es gibt Menschen, die kurzfristig zugewiesen werden, oft ohne Bezug zur Stadt, teilweise mit komplexen sozialen Problemlagen. Diese Unterschiede offen zu benennen, ist kein Urteil – sondern Voraussetzung dafür, passende Lösungen zu finden. 

Ein zentrales Thema ist dabei die Steuerung. Viele Entscheidungen zur Unterbringung und Verteilung werden nicht in Fürstenwalde getroffen, sondern auf anderen Ebenen. Die Auswirkungen spüren jedoch die Menschen vor Ort: in Nachbarschaften, auf dem Wohnungsmarkt, in Kitas und Schulen. Fürstenwalde ist in diesen Fällen häufig Umsetzungsort, nicht Entscheidungsort. Das führt zu Belastungen – für die Stadtgesellschaft ebenso wie für die Verwaltung. 

Besonders deutlich wird das beim Thema Wohnen. Sozialer Wohnraum ist begrenzt. Wenn er durch externe Steuerung dauerhaft gebunden wird, fehlt er anderen Menschen, die hier leben, arbeiten oder auf Unterstützung angewiesen sind. Daraus entstehen Spannungen, die nichts mit Ablehnung gegenüber Migrantinnen und Migranten zu tun haben, sondern mit dem Gefühl von Unfairness. Integration gelingt nicht dort, wo Menschen den Eindruck haben, dass Lasten ungleich verteilt werden. 

Integration braucht Zeit, Verlässlichkeit und Perspektiven. Sie funktioniert besser, wenn Menschen bleiben können, wenn Kinder stabile Bildungswege haben und wenn es Planungssicherheit gibt – für alle Beteiligten. Ständige Wechsel, kurzfristige Unterbringungen und fehlende Steuerung erschweren diesen Prozess erheblich. 

Ich halte es für notwendig, Probleme klar zu benennen, ohne sie zu dramatisieren. Fürstenwalde darf kein Experimentierraum für ungeklärte Zuständigkeiten sein. Verantwortung und Entscheidung müssen zusammengehören. Nur dann können Integration gelingen, Akzeptanz wachsen und Zusammenhalt entstehen. 

Migration und Integration sind eine gemeinsame Aufgabe – von Stadt, Landkreis, Land und Bund. Fürstenwalde leistet dabei seinen Beitrag.