Fürstenwalde steht in den kommenden Jahren vor erheblichen Investitionsaufgaben. Schulen, Kitas, Straßen, Verwaltungsgebäude, technische Infrastruktur – vieles ist über Jahrzehnte gewachsen, manches wurde verschoben, anderes nur notdürftig instandgehalten.

Wenn man alle bekannten Bedarfe zusammenstellt und grob verpreist, ergibt sich ein Investitionsvolumen von rund 500 Millionen Euro. Diese Summe wäre notwendig, um den Reparatur- und Sanierungsstau unserer gesamten Infrastruktur auszuholen, Verbesserungen zur Senkung der Betriebskosten vorzunehmen, lange aufgeschobene Erweiterungen nachzuholen und auch lange gewünschte Baumaßnahmen endlich umzusetzen.

Diese Zahl ist kein Wahlversprechen.
Sie ist eine ehrliche Bestandsaufnahme.

Was diese Zahl zeigt

500 Millionen Euro bedeuten nicht, dass alles sofort umgesetzt werden kann oder soll. Eine Stadt unserer Größe kann das weder finanziell noch organisatorisch leisten.

Aber diese Summe macht deutlich, wie groß der tatsächliche Investitionsbedarf ist – und wie lange viele Maßnahmen bereits aufgeschoben wurden.

Mir geht es darum, offen auszusprechen, wo wir stehen. Nur wer die Realität kennt, kann verantwortungsvoll planen.

Stückwerk ist keine Lösung

Die Zusammenstellung der Investitionsbedarfe hat eines sehr deutlich gezeigt:
Viele kleinere Maßnahmen in städtischen Liegenschaften bringen langfristig keine Ruhe.

Wenn wir nur einzelne Reparaturen durchführen, einzelne Bauteile austauschen oder technische Anlagen notdürftig erneuern, entsteht kein nachhaltiger Effekt, wir geben nur Geld aus. Wir kommen organisatorisch nicht hinterher, die laufenden Instandsetzungen belasten dauerhaft den Ergebnishaushalt – und der eigentliche Sanierungsrückstau wächst weiter.

Das führt zu einem Kreislauf:

Reparieren → erneuter Schaden → neue Reparatur → steigende Unterhaltungskosten.

Ich halte es für ehrlicher, größere Maßnahmen strukturiert anzugehen, statt dauerhaft im Reparaturmodus zu bleiben.

Größer denken, um langfristig zu entlasten

Manchmal ist es wirtschaftlicher, eine Liegenschaft grundlegend zu sanieren oder neu zu strukturieren, statt über Jahre kleine Einzelmaßnahmen zu finanzieren.

Größere Investitionen bedeuten:

    • weniger dauerhafte Unterhaltungskosten
    • bessere Planbarkeit
    • technische und energetische Standards auf aktuellem Niveau
    • langfristige Entlastung des Ergebnishaushalts

Kurzfristig wirkt eine größere Investition teurer.
Langfristig schafft sie Stabilität.

Priorisierung statt Wunschliste

Das Investitionsprogramm ist deshalb keine „Wir-machen-alles“-Liste, sondern eine Arbeitsgrundlage zur Priorisierung.

Nicht alles ist gleich dringlich.
Nicht alles ist gleichzeitig finanzierbar.
Aber alles muss bewertet werden – strukturiert und transparent.

Ich möchte, dass wir Investitionen nicht mehr isoliert betrachten, sondern als Teil eines langfristigen Plans.

Realistisch und generationengerecht

Fürstenwalde kann keine 500 Millionen Euro auf einmal investieren. Aber wir können:

    • klare Schwerpunkte setzen
    • Fördermittel gezielt einsetzen
    • Investitionen über Jahre staffeln
    • Rückstau konsequent abbauen

Mir ist wichtig, dass wir Verantwortung nicht auf kommende Generationen verschieben, das hatten wir zu lange. Dauerhaftes Stückwerk ist keine generationengerechte Politik.

Wofür ich stehe

Ich verspreche keine unrealistischen Summen.
Ich verspreche eine klare Strategie.

Wir müssen wissen, was notwendig ist – und dann mutig priorisieren. Manchmal bedeutet das, größer zu denken, um langfristig Ruhe zu schaffen.

Das Investitionsprogramm ist die Grundlage für eine ehrliche, strukturierte Stadtentwicklung.