Bürgermeistersprechstunde
Die Bürgermeistersprechstunde ist ein fester Bestandteil meiner Arbeit. Ich habe sie bewusst eingeführt und im Zwei-Wochen-Rhythmus etabliert. Direkter Austausch ist wichtig – für Bürgerinnen und Bürger ebenso wie für die Verwaltung und für mich als Bürgermeister.
In diesen Gesprächen geht es selten um abstrakte Politik. Es geht um den Alltag: Ordnung und Sauberkeit, Winterdienst, Straßen, Zuständigkeiten, Entscheidungen, die Menschen unmittelbar betreffen. Viele Anliegen entstehen nicht aus Eigennutz oder böser Absicht, sondern aus Unsicherheit darüber, wer wofür zuständig ist und warum Dinge so geregelt sind, wie sie es sind.
Die Bürgermeistersprechstunde schafft Raum, genau das zu klären. Bürgerinnen und Bürger können ihr Anliegen direkt vortragen, Fragen stellen und Rückmeldungen geben. Sie bekommen eine ehrliche Einordnung – auch dann, wenn etwas nicht sofort oder nicht im gewünschten Umfang möglich ist. Verlässlichkeit entsteht nicht durch Versprechen, sondern durch Klarheit.
Für mich ist diese Sprechstunde ein wichtiger Realitätsspiegel. Ich erfahre unmittelbar, wo Entscheidungen ankommen, wo Regeln im Alltag wirken und wo es Erklärungsbedarf gibt. Viele Themen kehren über Jahre hinweg immer wieder. Das zeigt, dass es oft nicht um Einzelfälle geht, sondern um strukturelle Missverständnisse, die Verwaltung und Politik gemeinsam auflösen müssen.
Ein zentraler Punkt ist dabei die Verlässlichkeit. Ich sage, was möglich ist – und genauso klar, was nicht. Und ich halte mich daran. Ich sage, was ich tun werde, und ich tue, was ich gesagt habe. Das gilt auch für die Verwaltung insgesamt: Zuständigkeiten werden erklärt, Abläufe transparent gemacht, Entscheidungen eingeordnet.
Die Bürgermeistersprechstunde ist kein Ersatz für Fachämter oder Verwaltungsverfahren. Sie ergänzt sie. Sie hilft, Erwartungen realistisch zu halten und Vertrauen aufzubauen – nicht durch Nähe um jeden Preis, sondern durch ehrliche Kommunikation.
Gleichzeitig lernen beide Seiten voneinander. Bürgerinnen und Bürger bekommen Einblick in Abläufe und Rahmenbedingungen. Ich lerne durch diese Gespräche, wo Regelungen im Alltag greifen, wo sie Unverständnis auslösen und wo nachgesteuert werden muss. Dieser Austausch fließt in Entscheidungen ein – sachlich und mit Blick auf das Ganze.
Die Bürgermeistersprechstunde steht damit für einen einfachen Grundsatz:
Verantwortung beginnt mit Zuhören – und zeigt sich in verlässlichem Handeln.