Silvia Hoffmann

Ich unterstütze Matthias Rudolph, weil es mir wichtig ist, dass bürgerschaftliches Engagement, Eigenverantwortung und Selbstvertretung gesehen und gestützt werden.

Zum Verständnis meiner Haltung:
Bürgerschaftliches Engagement ist eine LebensART. Sich für (s)ein Thema einzubringen, um etwas zu bewegen und zu verändern, auch wenn es ungemütlich wird, basiert auf realistischen, erfahrungsbasierten Lebensumständen und stärkt die Vielfalt einer Kommune. Es bewegt die Basis, sich zu beteiligen, und in Zeiten, in denen Geld Mangelware ist, braucht es jede verfügbare Kraft.
In Krisenzeiten brauchen wir einen Bürgermeister, der nah am Bürger ist, Handlungsspielräume erkennt und einbezieht. Das hat der amtierende Bürgermeister in den letzten Jahren begonnen und bewiesen. Das gilt es weiter auszubauen.
Meine Erwartungen wurden in den letzten Jahren im Großen und Ganzen erfüllt. Nie ist alles perfekt. Zunächst galt es, neben dem Schuldenabbau auch starken Widerstand auszuhalten und daran zu lernen. Das ist sichtlich passiert. Ja, wir könnten weiter sein, hätten sich nicht einige darauf konzentriert, „Zukunft“ zu verhindern oder in endlosen Debatten fortlaufend infrage zu stellen.
Wir stehen jetzt an einem heiklen Krisen-Tiefpunkt. Es geht darum, auf dem eingeschlagenen Weg zu bleiben. Deshalb halte ich eine weitere Kandidatur für enorm wichtig. Für eine Zukunft, die ehrlich inklusiv ist: „alle gemeinsam“ (Buchtipp „Inklusion vor Ort“, Montag Stiftung).
Denn alle Menschen gehören in die Gesellschaft. Das bedeutet Einbeziehung und Öffnung, angepasst an die realistischen Bedarfe der Menschen, die in der Kommune tatsächlich leben, und keine festgefahrenen Strukturen, die weiterhin ausgrenzen.
Als selbst betroffene Person engagiere ich mich für Menschen mit seelischen, psychischen und/oder kognitiven Beeinträchtigungen, die ihr Leben möglichst eigenständig und selbstbestimmt leben wollen. Bis es für uns wirklich gut wird, ist es noch ein weiter Weg. Als Teilhabeberaterin der Stadt Fürstenwalde, Mitglied im Kreisbehindertenbeirat im Landkreis Oder-Spree sowie im Fachausschuss „Non-Compliance & Eigensinn“ (DGSP e.V.) engagiere ich mich insbesondere für eine soziale Zukunft und erlebe kommunal noch viel Nachholbedarf.
Wir profitieren gemeinsam davon, wenn sich viele Menschen entschließen, Eigenständigkeit und Selbstbestimmung zu leben und zu fördern.
Inklusion heißt Veränderung.
Beim amtierenden Bürgermeister habe ich stets ein offenes Ohr gefunden. Wie kein anderer hat er unsere Umstände verstanden, gemeinsam mit uns Lösungen erarbeitet, unsere Lebensrealitäten erforscht, viel Zeit investiert und dies mit den vorhandenen Strukturen und Möglichkeiten abgeglichen. Das habe ich in keiner kommunalen Partei erlebt, die jetzt den Wechsel fordert. Im Gegenteil.
Besonders schmerzlich ist es aus meiner Sicht, wenn behauptet wird, der Bürgermeister würde die soziale Arbeit in der Stadt behindern. Er beschäftigt sich mit einer zukunftsfähigen sozialen Arbeit. Statt Veränderung zu boykottieren, könnte sich jeder mit dem möglichen Zugewinn beschäftigen. Diese Modelle sind nicht neu. Die kostbare Zeit wird jedoch oft für Protest genutzt und Menschen werden in Angst versetzt, auch Kinder und Jugendliche, die es besonders zu schützen gilt.
WIR brauchen nicht nur Eigenverantwortung und Selbstvertretung, sondern Menschen, die für alle denken und handeln. Nicht parteipolitisch, nicht trägerabhängig, nicht aus persönlichem Egoismus, sondern vom Menschen und vom Umstand her. Das kann der amtierende Bürgermeister.
Für eine soziale Zukunft braucht es jetzt vor allem eines: dranbleiben.
Als krisenerfahrene Person weiß ich, Aufarbeitung tut weh und der Verlust alter Gewohnheiten und Privilegien erst recht. Vieles möchte man nicht sehen. Aber wenn man durch das Tal gegangen ist, eröffnen sich neue Horizonte.
Silvia Hoffmann