Bildung zuerst!

Warum Bildung für mich das Fundament unserer Stadt ist

Bildung ist für mich die Grundlage für alles Weitere: für Zusammenhalt, für wirtschaftliche Stärke und auch für Sicherheit. Wenn wir Bildung am Anfang nicht ernst genug nehmen, müssen wir am Ende „reparieren“ – mit mehr Sozialaufwand, mehr Einzelfallhilfe und am Ende auch mehr Ordnungs- und Sicherheitsaufgaben. Und so geben wir „hinten“ immer mehr Geld aus, um Probleme zu lösen, die es nicht gäbe, wenn man das ganze System vom Anfang her besser machen würde.

Ich denke Bildung nicht punktuell, sondern als Kette. Krippe, Kita, Schule, Hort und Ganztagsbetreuung gehören zusammen. Kinder erleben ihren Alltag nicht in Zuständigkeiten, sondern als Lebensraum.

Verantwortung bündeln: der Kita-Eigenbetrieb

Für Familien ist Verlässlichkeit der Kern. Wer morgens nicht weiß, ob Betreuung funktioniert, kann seinen Alltag nicht planen. Deshalb beginnt Bildung für mich nicht erst in der Schule, sondern in der frühen Betreuung.

Die Gründung des Kita-Eigenbetriebs war eine Konsequenz aus realen Krisen. Einzelne Probleme waren keine Einzelfälle, sondern Hinweise darauf, dass die bisherigen Strukturen an ihre Grenzen gestoßen waren.. Bildung braucht klare Zuständigkeiten und handlungsfähige Strukturen – auch in schwierigen Situationen. Verantwortung darf nicht so verteilt werden, bis sie am Ende niemand mehr trägt Die Stadt darf sich nicht wegducken, wenn es kompliziert wird. Der Schutz der Kinder muss oberste Prämisse sein. Da geht noch immer viel zu viel schief.

Der Kita-Eigenbetrieb bündelt Verantwortung, schafft Klarheit und verbessert die Arbeitsbedingungen für das pädagogische Personal. Davon profitieren am Ende vor allem die Kinder – und ihre Eltern.

Betreuung muss planbar sein. Nicht perfekt – aber verlässlich. Und vor allem so organisiert, dass sie langfristig trägt.

Schule, Hort & Ganztag – Bildung als Einheit denken

Ich halte die klassische Trennung von Schule und Hort für eines der größten strukturellen Probleme im Bildungsbereich in Brandenburg. Horte dürfen keine „Aufbewahrungsorte“ sein. Betreuung ist Teil von Bildung. Und Ganztag bedeutet für mich nicht einfach längere Öffnungszeiten, sondern eine andere pädagogische Logik: Lernen, Freizeit, Förderung und soziale Entwicklung gehören zusammen.

Deshalb setze ich auf ein Prinzip: Kinder sollen nicht zwischen Systemen pendeln. Sie sollen ankommen. Ganztag funktioniert dann gut, wenn er als Einheit gedacht und organisiert wird – nicht als Anbau an Schule oder als Ausweichlösung irgendwo anders. Alles getreu dem Ansatz: kurze Beine, kurze Wege.

Schulcampus-Ansatz – Räume folgen dem Konzept, nicht umgekehrt

Aus dieser Haltung heraus ist der Schulcampus-Ansatz entstanden. Für mich ist das kein Modewort, sondern eine logische Konsequenz. Wenn wir Bildung gemeinsam meinen, müssen wir Gebäude gemeinsam denken.

Ein Schulcampus bedeutet: Schule, Hort, Mensa, Sport, Außenflächen – alles wird so geplant, dass Ganztag im Alltag funktioniert. Das ist nicht nur eine bauliche Frage, sondern auch eine organisatorische. Und genau deshalb ist mir wichtig: Erst Struktur, dann Investitionen in modern ausgestattete Kitas und Horte, mit klarer Organisation und verlässlichen Abläufen. So entstehen bessere Arbeitsbedingungen.

Wenn die Pädagogen entspannter und fokussierter arbeiten können, haben sie Zeit für das, worauf es ankommt: die Kinder.

Campus Sonnengrundschule & Hort Abenteuerland

Mit dem Neubau des Horts Abenteuerland direkt auf dem Schulgelände der Sonnengrundschule setzen wir den Campus-Gedanken erstmals konsequent um. Wir ertüchtigen das bestehende Gebäude und erweitern es so, dass der Hort direkt in die Schule integriert wird. Unterricht, Betreuung und Außenflächen gehören künftig zusammen – mit modernen Räumen und einem neu gestalteten Schulhof. Die jahrzehntelange Containerlösung endet. Ganztag wird hier als Einheit gedacht – nicht als Anbau.

Dieser Campus ist für mich ein Referenzmodell für die weitere Entwicklung in der Stadt. Er zeigt, wie Bildung funktionieren kann, wenn wir nicht getrennt planen, sondern gemeinsam.

Kita Kunterbunt – entlasten, dann neu denken

Die Kita Kunterbunt ist aktuell auch Hortstandort für die Kinder der Sonnengrundschule. Mit der Fertigstellung des Campus Sonnengrundschule ziehen alle Hortkinder dorthin um.

Danach kann die Kita Kunterbunt neu gedacht und grundlegend saniert werden – funktional, räumlich und pädagogisch. Auch der Außenbereich wird vollumfänglich erneuert werden, damit diese wichtige Kita in Fürstenwalde Nord ihrer Aufgabe zeitgemäß gerecht werden kann.

Die “Kunterbunt” ist dann künftig nur noch für Krippen- und Kindergartenkinder. – modernisiert, hell gestaltet und konsequent auf die Bedürfnisse der Kleinsten ausgerichtet.

Diese Schrittfolge ist bewusst gewählt: erst Campus schaffen, dann Bestand nachhaltig erneuern. Ich halte nichts davon, überall gleichzeitig anzufangen und am Ende nirgendwo fertig zu werden. Bildung braucht einen Plan – und dann Konsequenz.

Theodor-Fontane-Grundschule & Hort Spreefüchse

Die Theodor-Fontane-Grundschule sollte künftig nur noch zwei Klassen pro Klassenstufe beherbergen. Bei bis zu 450 Kindern ist der Schulhof deutlich zu voll. Mit zwei Zügen schaffen wir wieder Raum – für Unterricht und für Pausen.

Der denkmalgeschützte Gebäudeteil wird innen grundhaft saniert, energetisch ertüchtigt und zeitgemäß ausgestattet. Gleichzeitig kann dann – nach dem Vorbild des Campus Sonnengrundschule – der Hort Spreefüchse integriert und die Ganztagsbetreuung direkt auf dem Campus Fontanegrundschule gelebt werden. So entsteht auch hier ein zusammenhängender Lern- und Betreuungsort.

Der Vorteil bei diesem Vorgehen besteht darin, dass wir bereits Fördermittel für die Sanierung des alten Gebäudes und Herrichtung für Schulbetrieb und Hortbetreuung in Aussicht gestellt bekommen haben. Ganz im Gegensatz zu einem solitären Hortbau an einer völlig anderen viel weiter entfernten Stelle im Stadtgebiet.

Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass dann die Schulkinder am Nachmittag nicht mehr getrennt werden, weil sie aus Kapazitätsgründen drei, teilweise auch vier unterschiedliche Horte nutzen müssen. Sie können also zukünftig mit ihren Freunden aus der Zeit des Unterrichts auch am Nachmittag zusammenbleiben, ein Wunsch vieler Kinder, wie ich aus Gesprächen erfahren habe. Viele Abstimmungen und damit verbundene Informationsverluste gehören dann der Vergangenheit an. Die Sporthalle auf dem Gelände kann außerdem für nachmittägliche Angebote für die Kinder genutzt werden.

Gerhard-Goßmann-Grundschule & Hort Wirbelwind

Auch die Gerhard-Gossmann-Grundschule wird perspektivisch zweizügig geführt. Mit der Fertigstellung des Spreecampus durch die Kreisverwaltung des Landkreises Oder-Spree können endlich nach viel zu langer Zeit die Container entfallen. Das schafft wieder Platz und Möglichkeiten auf dem Gelände. Wir können endlich den Schulhof neu gestalten. Ein Wunsch, den schon meine Kinder hatten, als sie auf diese Schule gingen. Das ist jetzt 13 Jahre her. Außerdem muss endlich das Problem der Schulspeisung an der Schule angegangen werden. An der Goßmann ist der Nachholbedarf da am größten. Das weiß ich sehr genau noch aus meiner verlorenen Stadtwette.

Auf dem Schulgelände stelle ich mir einen zusätzlichen Bau vor – für eine zeitgemäße Mensa und zusätzliche moderne Fachräume. Ob als Anbau oder eigenständiger Neubau, wird die Grundlagenermittlung, die Beteiligung von Kindern, Eltern und Lehrern sowie die anschließende Planung zeigen. Die Aula wird ertüchtigt oder durch den Neubau funktional ersetzt – dies ist noch mit der Denkmalschutzbehörde zu klären. Außerdem kann das lange geplante Energiekonzept der Schule endlich vervollständigt werden.

Bei einer dann zweizügigen Grundschule, kann auch hier die Hortbetreuung dem Campus-Gedanken folgend im Gebäude integriert stattfinden. Alle Kinder bleiben zusammen und werden nicht mehr in zwei unterschiedlichen Horten betreut. Die in unmittelbarer Nähe liegende Sportanlage kann bestens für Bewegungsangebote der Kinder am Nachmittag genutzt werden. Ganztagsbetreuung aus dem Lehrbuch.

Damit würde dann auch endlich ein wichtiges Gründungsziel des Bündnis Fürstenwalder Zukunft umgesetzt werden. Der erste Antrag (SessionNet | TOP Ö 8.4: Antrag der Fraktion BFZ: Aufhebung des Baubeschlusses Hortneubau am Standort Heuweg vom 15.05.2014), den das BFZ in der Stadtverordnetenversammlung je gestellt hatte, befasste sich genau mit dem Thema. Noch immer lasse ich mich von diesen Ideen leiten, weil sie heute wichtiger und richtiger denn je sind.

Hort Wirbelwind

Anschließend kann auch der Hort Wirbelwind neu gedacht werden Der Standort bietet die Chance, für eine zukunftsorientierte Kita für Krippe und Kindergarten. Und alte Bestandteile des Gebäudes können nach der Sanierung als Begegnungsstätte oder zweites Mehrgenerationenhaus dienen. So nutzen wir vorhandene Flächen sinnvoll weiter für Kinder, Familien und die ganze Stadt.

Schulneubau Lange Straße – von Anfang an als Campus geplant

In Fürstenwalde Süd entstehen rund 1.500 neue Wohnungen. Und wo neue Wohngebiete wachsen, muss Infrastruktur von Anfang an mitgedacht werden.

Deshalb möchte ich auch hier perspektivisch eine zweizügige Grundschule mit integriertem Hort. Dazu gehören eine Zweifeldsporthalle und ein vollständig gestalteter Außenbereich. Das Vorhaben ist von Anfang an als vollwertiger Schulcampus geplant. Schule, Hort, Mensa, Sporthalle und Außenflächen werden hier ebenfalls gemeinsam gedacht.

Wachsende Wohngebiete im Süden der Stadt brauchen vorausschauende Bildungsinfrastruktur. Das ist für mich ein Beispiel dafür, wie man nicht nur auf Bedarf reagiert, sondern rechtzeitig vorsorgt.

Spreevorstadt mit Kita

Allein in der Spreevorstadt zwischen Spree und Rudolf-Breitscheid-Str. sollen über 1000 neue Wohnungen entstehen. Selbstverständlich wird schon in der Planungsphase der Bau einer neuen Kita für das Wohngebiet verankert. Davon profitiert dann auch der Ortsteil Rauensche Ziegelei.

Kita Parkspatzen – Neubau statt Dauerprovisorium

Die Kita Parkspatzen ist derzeit in einem Wohngebäude aus den 1970er-Jahren untergebracht. Das bringt heute sehr viele Probleme. Deshalb ist für mich klar: Die Kita Parkspatzen soll einen Neubau erhalten. Auf dem städtischen Grundstück direkt daneben am Park kann eine zeitgemäße, kindgerechte Kita entstehen – mit passenden Räumen, weiter genutzten, aber verbesserten Außenflächen und sehr guten Arbeitsbedingungen für das Personal. Der Standort bleibt, aber die Qualität wird deutlich verbessert.

“Wollfabrik” & Nesthäkchen

Auf dem Grundstück der alten “Wollfabrik” in der Uferstraße sollen ebenfalls Wohnungen in Mehrfamilienhäusern entstehen, inklusive preisgebundenem Wohnraum. Zunächst müssen wir dort noch eine Lösung für die Fledermäuse finden, die in den letzten Jahrzehnten dort ihren Lebensraum gefunden haben.

In den Planungen wird von Beginn an auch eine neue Kita geplant. Diese soll dann perspektivisch die in die Jahre gekommene Kita Nesthäkchen ersetzen, denn auch dieses Gebäude war seinerzeit nie als Kita gedacht und gebaut worden. Auch hier gilt für mich: Wohnen und Kinderbetreuung gehören zusammen.

Lotichiusstraße – Kita Pusteblume

In der Lotichiusstraße ist weiterhin eine Kita in Kombination mit Wohnraum geplant. Mit dem neuen Geschäftsführer der Wowi wird an der Umsetzung weitergearbeitet. Familien leben dort – also gehört Betreuung dorthin. Diese Kita wird perspektivisch die Kita Pusteblume ersetzen. So schaffen wir moderne Plätze an einem Standort, der zur Stadtentwicklung passt.

Vereine & externe Partner im Ganztag – Bildung gemeinsam tragen

Ganztagsbetreuung ist eine Chance, wenn wir sie mit Leben füllen und nicht als Monster für Verwaltungsfachleute begreifen. Vereine, Sport, Kultur, Musik – das sind keine „Extras“, sondern wichtige Bausteine für Entwicklung, Gemeinschaft und Selbstvertrauen.

Mein Ziel ist, Vereine und externe Partner stärker in den schulischen Alltag einzubinden. Angebote sollen zu den Kindern kommen – nicht umgekehrt. Das entlastet Familien, weil sie Ihre Kinder nicht mehrfach am Tag durch die Stadt fahren müssen, es stärkt Vereine, weil die Nachwuchsgewinnung besser funktioniert und macht Ganztag vielfältiger. So entsteht Bildung, die nicht nur organisiert ist, sondern wirkt.

Schulsozialarbeit – klar geregelt, wirksam eingesetzt

Kinder und Familien brauchen Unterstützung, wenn es schwierig wird. Schulsozialarbeit ist dafür ein wichtiger Baustein. Mir ist dabei wichtig, dass Zuständigkeiten klar geregelt sind und Hilfen dort ankommen, wo sie gebraucht werden. Schulsozialarbeit darf kein Ersatz für fehlende Strukturen sein. Sie muss gezielt und verlässlich wirken – und sie gehört in ein Gesamtsystem, das Prävention ernst nimmt.

Ehrlich über Grenzen sprechen – und trotzdem vorankommen

Bildung steht unter Druck: Fachkräftemangel, finanzielle Grenzen und rechtliche Vorgaben setzen klare – manchmal sehr enge – Rahmen. Nicht alles geht sofort. Nicht alles geht gleichzeitig. Aber Nichtstun ist keine Option.

Ich spreche diese Grenzen offen an – und arbeite dennoch Schritt für Schritt daran, voranzukommen. Bildung ist ein langfristiges Programm. Realistisch gedacht über viele Jahre. Entscheidend ist, dass die Richtung stimmt – und dass wir konsequent dranbleiben.

Meine Haltung

Bildung entscheidet früher, als viele glauben. Wer vorne spart, zahlt hinten doppelt. Verantwortung beginnt nicht beim Bau eines Gebäudes, sondern bei Organisation, Haltung und Verlässlichkeit.

Deshalb heißt mein Ansatz: Bildung zuerst, als Grundsatzentscheidung für die Zukunft unserer Stadt.

Und ich sage das auch ganz klar: Wenn wir in schwierigen Haushaltsjahren priorisieren müssen, dann steht Bildung für mich an erster Stelle.