Radverkehr muss bei jeder Planung als Teil der Infrastruktur mitgedacht werden. Genau das tun wir in Fürstenwalde. 

Mit dem Straßen- und Radwegekataster haben wir erstmals einen Überblick, wo Handlungsbedarf besteht. Auf dieser Grundlage wurde 2025 das Radverkehrskonzept durch die Stadtverordnetenversammlung beschlossen. Es definiert ein klares Netz aus Haupt- und Nebenrouten – nicht als Stückwerk, sondern als zusammenhängendes System. 

Im Mittelpunkt stehen die Verbindungen aus der Innenstadt in die Ortsteile und ins Umland – etwa Richtung Langewahl, Trebus oder Rauensche Ziegelei. Genau dort entscheidet sich, ob Radverkehr im Alltag funktioniert. 

Ein besonderer Fokus liegt auf sicheren Schulwegen. Kinder und Jugendliche müssen ihre Wege eigenständig und sicher zurücklegen können – das ist für mich eine zentrale Aufgabe. 

Der Radweg Richtung Langewahl ist aktuell in der Planung. Ziel ist eine sichere Verbindung nach heutigen Anforderungen – nicht mit Lösungen von gestern. 

Bei anderen gewünschten Verbindungen – etwa entlang der L36 in Richtung Rauensche Ziegelei – stoßen wir an Zuständigkeitsgrenzen. Für Landesstraßen ist nicht die Stadt verantwortlich, sondern der Landesbetrieb Straßenwesen. Wir können dort keine Radwege eigenständig umsetzen. Planung und Bau hängen davon ab, ob und wann das Land tätig wird. Trotzdem werde ich mich weiterhin dafür einsetzen, dass es gelingt im Brandschutzstreifen in unserem eigenen Stadtforst einen Radweg zu bauen. 

Bei städtischen Straßenbaumaßnahmen werden Rad- und Gehwege grundsätzlich mit umgesetzt. Im Bestand stoßen wir jedoch häufig an Grenzen: zu geringe Straßenbreiten, fehlende Flächen und bestehender Baumbestand. Dann müssen Lösungen im konkreten Straßenraum gefunden werden. 

Schutzstreifen werden oft als schnelle Lösung genannt. Sie sind einfach umzusetzen, ersetzen aber keine sichere Infrastruktur. Entscheidend ist, ob sich Menschen im Alltag tatsächlich sicher fühlen. 

Das sind konkrete Zielkonflikte, die wir vor Ort lösen müssen. 

Mit dem Fahrradparkhaus am Bahnhof entsteht zusätzlich eine neue Qualität für Pendlerinnen und Pendler. Wer auf das Rad setzt, braucht sichere Abstellmöglichkeiten. Infrastruktur endet nicht am Bordstein.